
13. Apr. 2026 12:13Nancy D.Bad Schwartau, Kreis Ostholstein, Schleswig-Holstein, Germany
„Bei uns gibt es so etwas nicht …“
enditnow Tag in Bad Schwartau
Als Frauenabteilung ist es uns ein Herzensanliegen, Räume zu schaffen, in denen Aufklärung möglich ist, Fragen gestellt werden dürfen und Schweigen gebrochen wird. Denn nur dort, wo Licht hineinfällt, kann Heilung beginnen.
Am 21. März wurde der „Knotenpunkt“ (Gemeinde in Bad Schwartau) erneut zu einem Ort, an dem nicht weggeschaut, sondern hingehört wurde: Der ENDITNOW-Tag lud dazu ein, sich einem Thema zu stellen, das oft im Verborgenen bleibt – und doch mitten unter uns ist.
Zu Gast war Oliver Gall, Vorsitzender des Fachbeirats „Sexueller Gewalt begegnen“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Bereits 2009 wurde dieser Fachbeirat gegründet – noch bevor die weltweite Kampagne „Enditnow“ ins Leben gerufen wurde. Ein Zeichen dafür, wie wichtig es ist, früh hinzusehen und Verantwortung zu übernehmen.
Als Frauenabteilung ist es uns ein Herzensanliegen, Räume zu schaffen, in denen Aufklärung möglich ist, Fragen gestellt werden dürfen und Schweigen gebrochen wird. Denn nur dort, wo Licht hineinfällt, kann Heilung beginnen.
„Bei uns gibt es so etwas nicht …“
Ein Satz, den ich in den letzten 16 Jahren immer wieder gehört habe – ein Satz, der schützt, was nicht gesehen werden will.
Doch ist das wirklich die Wahrheit?
Bewegungen wie „MeToo“ und der mutige Schritt vieler Betroffener, ihre Geschichte zu erzählen, haben uns wachgerüttelt. Sie haben sichtbar gemacht, was lange verborgen war: Auch in unseren eigenen Reihen gibt es Schmerz, gibt es Verletzungen, gibt es Missbrauch.
Es ist Zeit, hinzusehen. Es ist Zeit, zuzuhören. Es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen.
Wegsehen ist keine Option mehr. Schweigen auch nicht.
Darum habe ich Oliver Gall konkrete Fragen gestellt – Fragen, die uns als Gemeinden herausfordern, aber auch verändern können.
Abt. Frauen: Warum ist das Thema Prävention von Gewalt und Missbrauch gerade heute so wichtig für Kirchen?
Oliver Gall: Weil Missbrauch eben auch heute stattfindet.
AF: Warum fällt es Gemeinden oft schwer, über sexuelle Gewalt zu sprechen?
OG: Unsere Gemeinden haben meist schon Schwierigkeiten über Sexualität zu sprechen. Hinzu kommt, dass Gemeinden dann, wenn sie über sexuelle Gewalt sprechen wollen, zunächst verstehen, aber eben auch anerkennen müssen, dass in unseren Reihen sexuelle Gewalt gegenüber Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Realität ist.
AF: Wie kann eine Gemeinde Vertrauen wiederaufbauen?
OG: Wenn sie das Thema sexuelle Gewalt ernst nimmt, nicht nur redet, sondern auch entsprechend handelt. Das bedeutete, achtsam zu sein, Vertrauensvorschuss zu überdenken, nicht von vornherein anzunehmen, die Schwester, der Bruder Gemeindeleiter,… macht so etwas nicht.
AF: Wie kann ich aufmerksam sein, ohne vorschnell zu urteilen?
OG: Beobachtungen notieren mit Zeit und Datum; im Wiederholungsfall eine vertraute Person hinzuziehen, das Beobachtete teilen und sich eine zweite Meinung holen. Wenn man nicht einordnen kann, wie man das Gesehene bewerten soll, mit dem Fachbeirat sprechen und sich Rat holen. Voraussetzung dafür ist aber eine Bewusstseinsänderung in der Gemeinde dahingehend, dass kritische Fragen nicht persönlich angreifen, sondern den Schutz unserer Kinder zum Ziel haben.
AF: Was sind die wichtigsten Schritte, um eine Gemeinde sicherer zu machen?
OG: Wissen über die Wirkungsweisen von sexueller Gewalt erwerben, danach ein Schutzkonzept erarbeiten, die Ergebnisse mit allen Beteiligten teilen und entsprechend handeln. Dabei ist es wichtig, beobachtete Verstöße gegen die im Schutzkonzept festgelegten Verhaltensweisen zu benennen und zu ahnden.
AF: Wenn du jeder Gemeinde einen einzigen Rat geben könntest – welcher wäre das?
OG: Macht euch schlau, erarbeitete ein Schutzkonzept und setzt das durch.
AF: Wie wünscht du dir Gemeinden in 10 Jahren?
OG: Offener, ehrlicher, informierter und konsequenter im Umgang mit sexueller Gewalt.
Ich danke Oliver Gall für seine klaren Aussagen zum Thema ENDITNOW.
Unser Team der Initiative „ENDITNOW“ ist gerne bereit, eure Gemeinde zu besuchen und euch zu unterstützen. Du kannst uns über der Vereinigung kontaktieren.
Gott ist ein Gott des Lichts – und wo sein Licht scheint, hat die Dunkelheit keinen Platz mehr. Lasst uns den Mut haben, dieses Licht auch in die verborgenen Bereiche zu tragen.
Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, unsere Kirche als Schutzraum aufzubauen – so, wie Gott es uns aufträgt.
„Habt nichts gemeinsam mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf.“ (Epheser 5,11)
Lasst uns genau das tun: nicht länger schweigen, sondern mutig aufdecken, schützen und zur Heilung beitragen.
Als Frauenabteilung ist es uns ein Herzensanliegen, Räume zu schaffen, in denen Aufklärung möglich ist, Fragen gestellt werden dürfen und Schweigen gebrochen wird. Denn nur dort, wo Licht hineinfällt, kann Heilung beginnen.
Am 21. März wurde der „Knotenpunkt“ (Gemeinde in Bad Schwartau) erneut zu einem Ort, an dem nicht weggeschaut, sondern hingehört wurde: Der ENDITNOW-Tag lud dazu ein, sich einem Thema zu stellen, das oft im Verborgenen bleibt – und doch mitten unter uns ist.
Zu Gast war Oliver Gall, Vorsitzender des Fachbeirats „Sexueller Gewalt begegnen“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Bereits 2009 wurde dieser Fachbeirat gegründet – noch bevor die weltweite Kampagne „Enditnow“ ins Leben gerufen wurde. Ein Zeichen dafür, wie wichtig es ist, früh hinzusehen und Verantwortung zu übernehmen.
Als Frauenabteilung ist es uns ein Herzensanliegen, Räume zu schaffen, in denen Aufklärung möglich ist, Fragen gestellt werden dürfen und Schweigen gebrochen wird. Denn nur dort, wo Licht hineinfällt, kann Heilung beginnen.
„Bei uns gibt es so etwas nicht …“
Ein Satz, den ich in den letzten 16 Jahren immer wieder gehört habe – ein Satz, der schützt, was nicht gesehen werden will.
Doch ist das wirklich die Wahrheit?
Bewegungen wie „MeToo“ und der mutige Schritt vieler Betroffener, ihre Geschichte zu erzählen, haben uns wachgerüttelt. Sie haben sichtbar gemacht, was lange verborgen war: Auch in unseren eigenen Reihen gibt es Schmerz, gibt es Verletzungen, gibt es Missbrauch.
Es ist Zeit, hinzusehen. Es ist Zeit, zuzuhören. Es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen.
Wegsehen ist keine Option mehr. Schweigen auch nicht.
Darum habe ich Oliver Gall konkrete Fragen gestellt – Fragen, die uns als Gemeinden herausfordern, aber auch verändern können.
Abt. Frauen: Warum ist das Thema Prävention von Gewalt und Missbrauch gerade heute so wichtig für Kirchen?
Oliver Gall: Weil Missbrauch eben auch heute stattfindet.
AF: Warum fällt es Gemeinden oft schwer, über sexuelle Gewalt zu sprechen?
OG: Unsere Gemeinden haben meist schon Schwierigkeiten über Sexualität zu sprechen. Hinzu kommt, dass Gemeinden dann, wenn sie über sexuelle Gewalt sprechen wollen, zunächst verstehen, aber eben auch anerkennen müssen, dass in unseren Reihen sexuelle Gewalt gegenüber Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Realität ist.
AF: Wie kann eine Gemeinde Vertrauen wiederaufbauen?
OG: Wenn sie das Thema sexuelle Gewalt ernst nimmt, nicht nur redet, sondern auch entsprechend handelt. Das bedeutete, achtsam zu sein, Vertrauensvorschuss zu überdenken, nicht von vornherein anzunehmen, die Schwester, der Bruder Gemeindeleiter,… macht so etwas nicht.
AF: Wie kann ich aufmerksam sein, ohne vorschnell zu urteilen?
OG: Beobachtungen notieren mit Zeit und Datum; im Wiederholungsfall eine vertraute Person hinzuziehen, das Beobachtete teilen und sich eine zweite Meinung holen. Wenn man nicht einordnen kann, wie man das Gesehene bewerten soll, mit dem Fachbeirat sprechen und sich Rat holen. Voraussetzung dafür ist aber eine Bewusstseinsänderung in der Gemeinde dahingehend, dass kritische Fragen nicht persönlich angreifen, sondern den Schutz unserer Kinder zum Ziel haben.
AF: Was sind die wichtigsten Schritte, um eine Gemeinde sicherer zu machen?
OG: Wissen über die Wirkungsweisen von sexueller Gewalt erwerben, danach ein Schutzkonzept erarbeiten, die Ergebnisse mit allen Beteiligten teilen und entsprechend handeln. Dabei ist es wichtig, beobachtete Verstöße gegen die im Schutzkonzept festgelegten Verhaltensweisen zu benennen und zu ahnden.
AF: Wenn du jeder Gemeinde einen einzigen Rat geben könntest – welcher wäre das?
OG: Macht euch schlau, erarbeitete ein Schutzkonzept und setzt das durch.
AF: Wie wünscht du dir Gemeinden in 10 Jahren?
OG: Offener, ehrlicher, informierter und konsequenter im Umgang mit sexueller Gewalt.
Ich danke Oliver Gall für seine klaren Aussagen zum Thema ENDITNOW.
Unser Team der Initiative „ENDITNOW“ ist gerne bereit, eure Gemeinde zu besuchen und euch zu unterstützen. Du kannst uns über der Vereinigung kontaktieren.
Gott ist ein Gott des Lichts – und wo sein Licht scheint, hat die Dunkelheit keinen Platz mehr. Lasst uns den Mut haben, dieses Licht auch in die verborgenen Bereiche zu tragen.
Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, unsere Kirche als Schutzraum aufzubauen – so, wie Gott es uns aufträgt.
„Habt nichts gemeinsam mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf.“ (Epheser 5,11)
Lasst uns genau das tun: nicht länger schweigen, sondern mutig aufdecken, schützen und zur Heilung beitragen.