Glaube, Geschichte und Gemeinschaft
v.l.n.r.: Emilia und Yanko (das Pastorenehepaare führte und begleitete herzlich durch das Programm), Dany, Dagmar und Nadja (Dolmetscherin)
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23. Feb. 2026 15:13Dany CanedoMühlheim am Main, Kreis Offenbach, Hesse, Germany

Glaube, Geschichte und Gemeinschaft

Frauenkonferenz der bulgarisch-türkischen Adventgemeinde in Mühlheim

Die Frauenkonferenz der bulgarisch-türkischen Adventgemeinde war mehr als eine Veranstaltung. Sie war geistliche Standortbestimmung, kulturelle Begegnung und Ermutigung zugleich. Frauen aus verschiedenen Städten kamen zusammen – und gingen gestärkt auseinander.

Aus Stuttgart, Mannheim, dem Rhein-Main-Gebiet und Köln reisten sie an – Frauen unterschiedlicher Generationen, beruflicher Hintergründe und Lebensgeschichten. Ihr Ziel: die Frauenkonferenz der bulgarisch-türkischen Adventgemeinde. Was sie verband, war mehr als ein gemeinsamer Termin im Kalender. Es war der Wunsch nach geistlicher Vertiefung, Austausch und Stärkung im Glauben.

Bereits zu Beginn prägten Musikbeiträge die besondere Atmosphäre des Tages. Mehrstimmiger Gesang, begleitet von einfühlsamen Instrumentalarrangements, erfüllte den Raum. Die Klänge gingen ins Herz, die Texte wärmten die Seele – Lieder über Vertrauen, Bewahrung und göttliche Führung. Musik wurde hier nicht als Programmpunkt verstanden, sondern als geistlicher Erfahrungsraum.

Inhaltlicher Höhepunkt des Tages war die Andacht von Dagmar Dorn, Leiterin der Frauenabteilung der Inter-Europäische Division mit Sitz in Bern. Mit exegetischer Präzision und zugleich seelsorgerlicher Sensibilität tauchte sie in die Geschichten der Frauen des Exodus ein – jener Phase der israelitischen Geschichte, die von Unterdrückung, Mut und göttlichem Eingreifen geprägt ist. Dabei zeichnete sie nach, wie diese Frauen nicht im Rampenlicht politischer Macht standen, sondern in familiären, alltäglichen und zugleich hochriskanten Situationen agierten. Ihr Mut sei kein spektakulärer Heldinnenmut gewesen, sondern ein konsequentes Festhalten an Gottes Willen – selbst unter Druck.

Bis heute gilt: Gottes Heilshandeln vollzieht sich oft durch unscheinbare, aber entschlossene Frauen. Die Exodusgeschichte sei daher nicht nur eine Erzählung über Mose, sondern auch über weibliche Glaubensstärke und Zivilcourage.

Zwischen den intensiven Impulsen bot eine Pause Raum für Begegnung. Bei Kaffee, Tee und köstlichem Baklava und Kuchen entstanden Gespräche, die Brücken zwischen Generationen und Regionen schlugen. Die süße Spezialität – Symbol türkischer Gastfreundschaft – wurde zum verbindenden Element zwischen Kultur und Gemeinschaft.

Im Anschluss gab Dagmar Dorn einen kompakten Überblick über die Geschichte und die zentralen Arbeitsfelder der weltweiten Frauenabteilung innerhalb der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Die Frauenarbeit verstehe sich nicht als isolierte Struktur, sondern als integraler Bestandteil kirchlicher Mission. Ziel sei es, Frauen zu befähigen, ihre geistlichen Gaben zu entdecken und verantwortungsvoll einzusetzen – in Gemeinde, Familie und Gesellschaft.

Den geistlichen Schlusspunkt setzte Dany Canedo, Leiterin der Frauenabteilung im Nord- und Süddeutschen Verband. In einer eindrucksvollen „Reise durch die Zeit“ führte sie zu bekannten biblischen Persönlichkeiten und beleuchtete deren Beziehung zu Gott.

Ob Mose, Sarah oder Achsa – im Zentrum ihrer Betrachtung stand stets die persönliche Gottesbeziehung als tragendes Fundament. Dabei betonte sie, dass geistliche Reife weniger von äußeren Umständen abhänge als von innerer Hingabe. Ihr Appell: Die Geschichte Gottes mit den Menschen sei nicht abgeschlossen; jede Frau schreibe sie in ihrem Alltag weiter.

Der offizielle Abschluss mündete in ein reichhaltiges türkisches Buffet. Kulinarische Vielfalt und herzliche Gespräche ließen den Tag ausklingen. Zwischen dampfenden Speisen und würzigen Spezialitäten wurde deutlich: Gemeinschaft ist gelebte Theologie.

Die Frauenkonferenz der bulgarisch-türkischen Adventgemeinde war mehr als eine Veranstaltung. Sie war geistliche Standortbestimmung, kulturelle Begegnung und Ermutigung zugleich. Frauen aus verschiedenen Städten kamen zusammen – und gingen gestärkt auseinander.

Was blieb, war das Bewusstsein: Glaube verbindet über regionale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg. Und die Geschichten mutiger Frauen – damals wie heute – schreiben sich weiter.