Mitgefühl, das handelt
enditnow-Sabbat der Adventgemeinde Marienhöhe
Menschen
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23. Aug. 2026 07:56Dany CanedoDarmstadt, Hesse, Germany

Mitgefühl, das handelt

1. enditnow Sabbat der Adventgemeinde Marienhöhe

Der Enditnow-Sabbat 2026 verband eine klare Botschaft mit praktischer Prävention: Gewalt verhindern beginnt mit Hinsehen, Zuhören und Handeln.

Gewalt beginnt nicht erst mit dem sichtbaren Übergriff. Oft geht ihr voraus, dass Grenzen missachtet, Signale übersehen oder Menschen nicht ernst genommen werden. Genau hier setzte der erstmalig in der Gemeinde Marienhöhe stattfindende Enditnow-Sabbat an.

Unter dem Thema „Mitgefühl verändert “ rückte der Gottesdienst eine Haltung in den Mittelpunkt, die sich durch das Handeln Jesu zieht: Er sieht Menschen und ihre Not. Er lässt sich berühren – und er handelt.

Damit wurde Mitgefühl sehr konkret. Es bedeutet mehr als Anteilnahme. Es bedeutet, aufmerksam zu sein, zuzuhören, Grenzen zu respektieren und Verantwortung zu übernehmen. Gerade im Zusammenhang mit Gewalt und Prävention ist das entscheidend. Denn Betroffene brauchen keine schnellen Erklärungen oder vorschnellen Urteile. Sie brauchen Menschen, die hinschauen, ihnen glauben und handeln.

Prävention, die Kinder stärkt

Wie das bereits im Alltag von Familien gelingen kann, zeigte am Nachmittag das interaktive Programm „gesehen. gehört. geschützt.“ für Kinder ab sechs Jahren und ihre Eltern.

An verschiedenen Stationen beschäftigten sich Kinder und Erwachsene spielerisch mit Gefühlen, persönlichen Grenzen und konkreten Alltagssituationen: Was fühlt sich gut an? Wann darf ich Nein sagen? Was kann ich tun, wenn mir etwas unangenehm ist? Wem kann ich mich anvertrauen?

Dabei geht es nicht darum, Kindern die Verantwortung für ihren Schutz zu übertragen. Schutz ist Aufgabe der Erwachsenen. Kinder können jedoch lernen, ihre Wahrnehmung ernst zu nehmen, Grenzen zu benennen und sich Hilfe zu holen. Erwachsene wiederum sind gefordert, zuzuhören und verlässlich zu reagieren.

Genau darin liegt der Ansatz des Präventionsprogramms: Kinder stark machen und Erwachsene für ihre Verantwortung sensibilisieren.

Mehr als ein Aktionstag

Gottesdienst und Nachmittagsprogramm machten deutlich, worum es bei Enditnow geht: nicht nur einmal im Jahr über Gewalt zu sprechen, sondern eine Kultur zu schaffen, in der Menschen sicher sein können.

Eine Kultur, in der ein Nein zählt. In der Grenzen respektiert werden. In der schwierige Dinge ausgesprochen werden dürfen. Und in der Menschen wissen: Wenn ich etwas erzähle, hört mir jemand zu.

Der Enditnow-Sabbat endet deshalb nicht mit diesem Tag. Seine Botschaft gehört in unseren Alltag, in Familien, Gemeinden und überall dorthin, wo wir Verantwortung für Menschen tragen.

Hinsehen. Zuhören. Ernst nehmen. Handeln.

Denn Mitgefühl verändert dort etwas, wo es nicht nur empfunden, sondern gelebt wird.